Nur zur Erinnerung, damit wir alle mal sehen, wie ›weit‹ die Gleichberechtigung in europäischen Gesellschaften wirklich ist.
Vor 105 Jahren, am 25. Mai 1907, zogen erstmals Frauen in ein Parlament in Europa ein. Und zwar in Finnland, das als erstes europäische Land im Jahr zuvor ein Gesetz erlassen hatte, dass das aktive und passive Wahlrecht für alle männlichen und weiblichen Bürger über 24 Jahren festschrieb. In Deutschland wurde das Frauenwahlrecht erst 1918 gesetzlich verankert, wie in den meisten anderen europäischen Ländern auch. Ironie der Geschichte: Gerade das demokratische und schon 1789 nach Gleichberechtigung rufende Frankreich, ließ die Frauen erst 1944 per Gesetz wählen gehen. Schlusslicht bei der Einführung des Frauenwahlrechts war die Schweiz. Erst seit 1971 dürfen dort Frauen aktiv in die Politik eingreifen. Dieser kleine Rückblick zeigt, dass auch in dem so modernen Europa ein paar Strukturen noch gar nicht so lange selbstverständlich sind. Und gerade im Mai sollten die Gedanken einfach in diese Richtung weiterschweifen, um ein paar Dinge in der Welt besser zu verstehen. Denn in diesem Monat fällt der Fokus oft auf Frauen, zum Beispiel am 13. Mai, dem Muttertag, oder am 15. Mai, zum Internationalen Tag der Familie. Bereits am 3. Mai jährt sich die endgültige gesetzliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Deutschland. 1957, also vor 55 Jahren verabschiedete der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Gleichstellung und bestätigte somit das Grundgesetz von 1949 in diesem Sinne.